Die Eiserne Krone

"Die Eiserne Krone", eine zwölfteilige Larpie-Serie mit einer epischen Handlung, war für uns damals ein besonderes Projekt, das uns zwei Jahre lang begleitet hat. Einige Teile kamen bei der Spielerschaft sehr gut an, bei anderen wurde an der richtigen Stelle kritisiert. Wie es dazu gekommen ist, dass wir eine solche Serie im Sommer 2002 ins Leben gerufen haben, ist leider in Vergessenheit geraten. 

Viele der einzelnen Etappen sahen einen sehr experimentellen Versuch vor, aus der Tagesveranstaltung etwas Besonderes zu machen. Manche der Ideen gingen am Ende auf, andere scheiterten kläglich. Doch im Ganzen sehen wir heute auf eine unvergessliche Zeit zurück, die wir nostalgisch in Erinnerung behalten. Der folgende Text ist jener, der damals die Hintergrundgeschichte um die Eiserne Krone erzählte.

 

Die Saga von der Eisernen Krone

Als Alcharon die Welt erschuf, wurde sie nur von den Engel bevölkert, ein reines, friedliches Volk, das heute nur noch in anderen Sphären existiert. Ihr Herrscher war über Jahrtausende hinweg der Erzengel Yandael. Alle verehrten ihn, und er regierte die Welt mit Gerechtigkeit.

Zu jener Zeit trug Yandael eine Krone - nur aus einfachstem Eisen gefertigt - , in welche all seine Weisheit und all seine Kraft flossen. Zu jener Zeit stellte sie das einzige Artefakt dar, welches die Engel geschaffen hatten.

Dann endlich gelang es dem finsteren Gott Tarazeth, seine dunkle Dämonenscharen - angeführt von dem Erzteufel Tlofoloth - nach Pahia zu entsenden, um die Engel zu vertreiben oder zu vernichten. Ein furchtbarer Krieg entbrannte, bei dem die beiden ungleichen Heerscharen mit entsetzlicher Gewalt einander bekämpften. Zweihundert Jahre lang hielt dieser Kampf an.

Und eines Tages entschied Yandael, die Krone der Macht einem seiner Streiter zu geben, damit dieser ihre Kraft in der Schlacht einzusetzen vermochte. Dieser Engelkrieger war Davonar. Doch als Yandael seine Krone fortgegeben hatte, stürzte sich Tlofoloth auf ihn und vernichtete ihn mit nur einem Hieb. Durch den Tod des Erzengels gelang es den Dämonen, den Sieg endlich zu erringen. Selbst Davonar, dessen Kraft das Hundertfache erreichte, gelang es nicht, die Höllenwesen aufzuhalten. Und so ließ er die Krone auf dem Schlachtfeld zurück, denn das einfache Eisen konnte Pahia nicht verlassen, und er floh in die Sphäre der Götter, um Alcharon selbst die Nachricht der Niederlage zu überbringen.

Tlofoloth, der Heerführer der Dämonen, fand die Krone auf dem Schlachtfeld. Und in jenem Augenblick, als er die Krone nahm, nahm diese auch die Kraft der Finsternis in sich auf. Doch der Teufel kam nicht mehr dazu, die Macht des Artefakts zu gebrauchen, denn Alcharon hatte sich dem Treiben auf Pahia nun selbst zugewandt. Indem er andere Götter dazu aufrief, Tarazeth zu behindern und sein Eingreifen zu vermeiden, gelang es ihm, die Kontrolle über Pahia zu erlangen. Und in seinem Zorn teilte er die Welt Pahia in zwei Hälften, getrennt durch eine undurchdringliche Barriere. Den Engel und Dämonen überließ er die eine Seite, wo ihre blutige Fehde noch immer anhält. Auf der anderen Seite war zunächst nichts, dann aber ließ Alcharon - angespornt durch neuen Schaffensdrang - neues Leben entstehen. Der Engel Davonar - der einzige hohe Engel, dem die Flucht ins Götterreich gelang, stand Alcharon bei dieser Aufgabe tatkräftig bei. Und so erhob Alcharon ihn zum einzigen Erzengel und einem niederen Gott, welcher noch heute den Menschen, die in Not sind, seine Hilfe entsendet.

Auf der neuen Seite Pahias entstand nun die Welt, wie sie die Menschen heute kennen und die als einzige nur noch den Namen Pahia trägt. Sie wird nun bevölkert von den menschen und wenigen anderen Völkern. Tarazeths Einfluss ist hier nur sehr gering zu spüren. Und heute scheint alles in Frieden zu leben - abgesehen von kleineren Fehden benachbarter Königreiche.

Aber die Krone wurde von allen vergessen ...

Und so liegt sie nun irgendwo versteckt und wartet ... wartet auf den Tag, an dem sie ihre Macht aufs Neue entfalten kann, an dem sie einen neuen Träger bekommt. Doch noch weiß niemand etwas von ihr. Und sie weiß auch noch nichts von der Welt, in der sie gelandet ist, der Welt der Menschen ...