Pahia 3    Tage der Finsternis

23. - 25. 06. 2000

Auch die dritte Veranstaltung unter dem Namen "Pahia" sollte ein Sonderling unter seinesgleichen werden. Kulisse und Übernachtungsmöglichkeit bot die Wilhelm-Bloser-Hütte im Bad Neuenahrer Stadtwald, die eigens für das Wochenende mit Stroh ausgelegt wurde, in dem einige Teilnehmer (die nicht zelteten) ihre Schlafsäcke ausbreiten konnten. Trotz fehlenden Stroms wurde Vollverpflegung angeboten.

Die Geschichte des Spiels drehte sich diesmal um die in der Welt Pahia gefürchteten Dämonentage: Sieben Tage, die alle sieben Jahre vorkommen und während derer die Mächte des Bösen die Oberhand gewinnen. Die Spieler-Charaktere bekamen es also mit Werwölfen, Vampiren, einem Minotaurus, einem Kobold, einem Dschinn und Kultisten zu tun, konnten aber auch machtvolle Verbündete oder Gegenstände erkämpfen und so die Tage überstehen.

 

Ein heftiger Wind fegte durch die Wipfel der Bäume, und dunkle Wolken hingen bedrohlich über dem Wald, während wir uns langsam aber sicher auf dem morastigen Boden fortbewegten. Unsere Stiefel sackten in tiefen Schlamm und unsere Gebete wurden vom tosenden Treiben der Naturgewalten übertönt. Ja, sie hatten begonnen: Die Dämonentage, sieben schaurige Tage, die nur alle sieben Jahre einmal vorkommen, an denen die bösen Mächte der Welt gewaltige Macht erlangen und an denen das Gute unterdrückt wird. Und wie jedes Mal, wenn die Dämonentage anbrechen, sah man keine Menschen mehr auf der Straße, nirgends wird getanzt, gesungen oder gelacht. Die Bauern fliehen von ihren Feldern und der Marktplatz liegt wie tot da. Und gerade jetzt, da diese Zeit gekommen war, befanden wir uns ausgerechnet mitten im Wald von Tailamar, einem siedlungsarmen Gebiet voller unbekannter Gefahren. Und wir fühlten es alle, diese langsam aufflackernde Angst, dieses drückende Unbehagen. Was erwartete uns an diesem menschenleeren, düsteren Ort? Ich sah zu meinen Kameraden und las in ihren Gesichtern dieselbe Angst vor dem Unbekannten, das sich vor uns auftat. Der Wald wurde immer düsterer und der Sturm immer stärker. Dennoch gingen wir verbissen weiter.

Dann, plötzlich, hörte ich einen lauten Aufschrei, der einen Augenblick später erstickt wurde. Meine Hand zuckte zur Waffe und meine Blicke wanderten zu jener Stelle, aus der ich meinen Kameraden hatte schreien hören. Ich sah eine Gestalt, in einen schwarzen Mantel gehüllt, die meinen Freund von hinten gepackt hielt und seine langen Zähne in seinen Hals bohrte. Blut lief in Strömen aus der geschlagenen Wunde und ich hörte ein saugendes, schlürfendes Geräusch. Kurz darauf - ich hatte meinen Schock noch nicht überwunden - ließ der Vampir meinen Kameraden fallen, welcher leblos zu Boden glitt, und verschwand in der Dunkelheit. Das alles ging so schnell, dass ich nicht einmal hätte reagieren können, hätte ich den Mut dazu gehabt.

Einige Tage später erreichte unsere Gruppe die Nachricht, dass ein Hohepriester des Thelos zum Kampf gegen das Böse aufrief. Er vermutete offenbar die Quelle in der Nähe eines kleinen Dorfes namens Quikmund. Und wir entschlossen uns, unseren Freund zu rächen. Sollte das Böse zurück zur Hölle fahren. Wir machten uns also auf den Weg nach Quikmund. Am fünften Dämonentag - das Böse war schon sehr mächtig geworden - trafen wir dort ein. Und dann begann das Böse aus allen Ecken zu strömen ...

Der Priester des Thelos empfing die Abenteurer zusammen mit einem angereisten Paladin, welche beide in den Kampf gegen das aus einen Sphärentor strömende Böse ausziehen wollten. Und nun geschahen in der Tat sehr viele Dinge in den nächsten zwei Tagen. Vampire, Werwölfe, Untote, Banshees, ein Minotaurus und ein mächtiger Lich griffen die Spieler an. Flüche, Krankheiten, Verpestete Pflanzen, Düstere Orte und mysteriöse Rätsel taten das Übrige dazu. Allerdings gelang es dem Priester schließlich, das Sphärentor durch ein Ritual zu verschließen, ließ jedoch dabei sein Leben. Aber bis in sieben Jahren war Pahia erst einmal sicher.